Glanz im Elend


Ein Bild von der Kreuzigung Jesu. Mit viel Gold, in den Heiligenscheinen zum Beispiel – dort soll es sagen: In den Gesichtern dieser Menschen scheint etwas auf vom Glanz Gottes – auch in dieser fürchterlichen Geschichte. Hier wird etwas von Gott sichtbar. Merkwürdig, nicht wahr?

Altarbild im Dom zu GüstrowFoto: Christian Höser, Güstrow

Jesus am Kreuz ist schon sehr fern.
Man kann ihn nicht berühren und halten,
niemand kann ihn umarmen.
Maria und Johannes können hier nichts mehr für ihn tun.
Und doch wollen sie standhalten,
obwohl es ihnen die Kraft raubt.
Jesus sieht seine Mutter an. Er spricht sie an:
„Siehe, dieser an Deiner Seite, der Johannes,
der soll von nun an Dein Sohn sein!“
Zu Johannes sagt er: „Diese soll Deine Mutter sein!“
Beide sollen einander trösten und beistehen.

In diesen Tagen sterben viele Menschen qualvoll und allein.
Ohne, dass man ihnen helfen kann,
ohne ihre Liebsten in der Nähe.
Alle müssen Abstand halten.
Das ist kaum auszuhalten.
Man kann nur für sie beten.
Dass sie in Gottes ausgebreitete Arme fallen.
Dass sie bei ihm zu Hause sein werden,
dass ihr Leben geborgen sein wird in seiner Liebe.

Und die, die nun zurückbleiben, die sind aneinander gewiesen.
Dass wir einander wie Geschwister werden, auch wenn wir nicht verwandt sind.
Dass wir miteinander für die Alten sorgen und sie schützen.
Dass wir einander zuhören und das Herz öffnen.
Viel mehr geht nicht.
Und: da kommt Gottes Glanz zurück zu uns in diesem Tagen.