Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?


Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
Darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
Komm tröst uns hier im Jammertal.

EG 7,4

Langezeit haben wir diese Strophe dieses Adventsliedes (O Heiland, reiß die Himmel auf, Augsburg,1666) eher ausgelassen. Im „Jammertal“ wollte keiner sein. In diesem Jahr jedoch ist vieles anders. Wir gehen noch weitgehend ungetröstet in den Advent. Und doch: voller Sehnsucht.

Advent, das ist die Zeit, die Sehnsucht wachsen zu lassen als Kraft im Herzen. Advent: Noch im Dunkeln bleiben und auf das Licht warten. Es wird kommen, auch wenn wir jetzt nichts davon sehen. Es bereitet sich vor. Und wir bereiten dem aufgehenden Licht einen Platz in uns und unter uns. Und lassen keinen allein zurück in der Finsternis.

O klare Sonn, du schöner Stern,
Dich wollten wir anschauen gern;
O Sonn, geh auf, ohn’ deinen Schein
In Finsternis wir alle sein.

EG 7,5