Eine Männergruppe verbringt ein Wochenende im Ansverus-Haus

Wie hat sich der Glaube verändert?


Sieben sind es: keine Zwerge, sondern gestandene Männer, die sich während ihres gemeinsamen Wochenendes im Ansverus-Haus in Aumühle der Frage stellen: Wie hat sich mein Glaube bis heute verändert?

Und dabei leitet sie eine biblische Geschichte:
Als Jesus sich auf den Weg machte, lief ein Mann herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; ehre Vater und Mutter.« Der Mann aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. (Markus 10, 17ff.)

Eine einfache Definition (Gott ist der, der allein gut ist) ist darin enthalten und eine klare Handlungsanweisung (die Gebote der linken Tafel). „Und was hast Du gehalten von Deiner Jugend an?“ – so lautet die erste Frage, die zum Erzählen von Lebenserfahrungen hinführt. Die Biografien sind recht unterschiedlich, die Herkunft von einem katholischen Dorf ist dabei und auch der Kirchenbesuch mit der Großmutter. Die Kindheit ist die Zeit, in der auch kleine Männer sich verzaubern lassen – später, bei der Bundeswehr und im Beruf, da wird man nüchterner und distanzierter. Und dann: durch Krisen und Brüche im Lebenslauf werden die Männer wieder aufmerksamer für existentielle Themen und für die Frage: „Was hat Gott eigentlich noch mit mir vor?“

Und heute? In der Bibelgeschichte geht es so weiter: Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. – „Welches ist das Eine, was mir fehlt, was mir not tut?“ Diese Frage löst ein ernsthaftes Nachdenken über die nächste Schwelle auf dem Weg des Glaubens aus. Auch hier fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus – je nach Persönlichkeit. Was gilt es loszulassen, welches Abenteuer steht noch aus? Niemand teilt Patentrezepte aus, in der Runde geht es um Anteilnahme und Ermutigung. In der Krypta des Ansverus-Hauses zünden die Männer dann Kerzen an und beten einer für den anderen: „…dass Gott Dir den Weg zeigen möge, den Du gehen kannst…“ Gelebte Brüderlichkeit.


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